Addicted to Carcassonne

Bild: mehrere Carcassonne-Spielteile und Figuren
Das Spielfeld

... oder “Süchtig nach Carcassonne”

Was ist Carcassonne? Carcassonne ist ein Gesellschaftsspiel mit inzwischen einer Vielzahl von Spielerweiterungen. Carcassonne ist aber kein klassisches Brettspiel, kein Kartenspiel, sondern ein Vielzahl von kleinen Pappquadraten, mit denen man sich sein Spielbrett selbst baut.

Eine Aussage, die ich irgendwo gelesen habe ist: “Carcassone ist wie Tetris – simpel und genial!” Nicht dass wir uns falsch verstehen, Carcassonne ist nicht WIE Tetris, aber die Simpelheit der Spielidee und der Spielspaß den man dabei hat, ist sehr wohl vergleichbar. Insofern passt das obige Zitat wirklich gut.

Nachdem wir bei einem Nachbarn von uns mal die Grundversion gespielt haben, er uns quasi angefixt hat, haben wir inzwischen unsere eigene Grundversion und einige der Erweiterungen. Hier möchte ich diese ein wenig erläutern.

Zuvor noch eine Anmerkung zum Spielalter: Laut Verpackung ist das Spiel (und ich glaube auch die Erweiterungen) ab 8 Jahren. Hier möchte ich sagen, dass unsere sechsjährige Tochter mit ein klein wenig Hilfe und Unterstützung, was für sie das Beste sein kann (aber eher in Richtung Möglichkeiten aufzeigen, wenn sie sich nicht eh schon was in den Kopf gesetzt hat), wunderbar mitspielt. Sie ist die erste gewesen, die sich einen “Dreck” um die anderen scherte und nicht auf lieb und nett spielte. Sie ist ein knallharter Brocken. :D=

Sprungbrett zu den einzelnen Erweiterungen

Produktbild: Carcassonne

Carcassonne
(Das Grundspiel)

Wenn man möchte, dann kann man “Carcassonne” als Puzzle ohne Vorgabe des fertigen Aussehens bezeichnen.

Das Grundspiel ist für bis zu fünf (in Zahlen: 5) Spieler. Pro Nase gibt es sieben Holzspielfiguren, die stilisiert ein Männchen darstellen sollen. Das sind die Gefolgsleute.
Zudem, wie schon oben angesprochen, viele Pappkärtchen, die etwa 5×5 cm groß sind.

Auf diesen Kärtchen gibt es verschiedene Landschaftselemente:

  • Städte (bzw. Stadtteile)
  • Straßen (auch hier ist Straßenteile treffender)
  • Kloster
  • Wiesen

    Die unterschiedlichen Elemente sind auf den Karten kombiniert. Wiese ist auf jeder Karte vorhanden, es gibt die Kombinationen Wiese/Straße, Wiese/Stadt, Wiese/Stadt/Straße, Wiese/Kloster.
    Die Straßen- und Stadtteile gibt es in verschiedenen Versionen.

    Die Wiesen fügen sich im Endeffekt einfach zu (meist mehreren, durch Straßen und Städte unterbrochene) Wiesen zusammen. Städte und Straßen werden durch anlegen der Karten “gebaut”. Kloster müssen mit Karten umlegt werden.

    Wenn man eine Karte anlegt, darf man eine seiner Figuren darauf platzieren. Sinn oder Ziel des Spiels ist es, am Ende die meisten Punkte (Punktewertung ist ziemlich einfach zu verstehen, ist auch gut erklärt) zu haben.

    Produktbild: Carcassonne: Wirtshäuser und Kathedralen

    Carcassonne:
    Wirtshäuser und Kathedralen (1. Erweiterung)

    Dies war eine der ersten zwei Erweiterungen, die wir uns gekauft hatten. Hier kommt ein GROSSER Gefolgsmann dazu. Dieser hat den Wert von zwei kleinen Leuten. Zudem ein kompletter Figurensatz für einen sechsten Spieler.

    Wenn ich jetzt anfange mit: “Diese Erweiterung ist interessant und gelungen”, würde das spätestens bei der zweiten langweilig, da bisher alle ihren Charme und eine gute Idee dahinter haben.

    Es gibt zusätzliche Karten mit allerlei “sonderbar” geformten Stadtteilen und Straßen, an denen Wirtshäuser liegen. Außerdem zwei Kathedralen, die man in Städten verbauen kann.

    Hauptidee bei “Wirtshäuser und Kathedralen” ist eine Aufwertung der Straßen. Liegt ein Wirtshaus an einer abgeschlossenen Straße, gibt es pro Karte zwei Punkte, nicht nur einen. Bleibt die Straße offen, leider gar keinen. Also eine Art Risikofaktor.

    Die Kathedralen, wie schon gesagt, sind Stadtteile. Auch hier gilt die Direktive “more or nothing”. Ist die Stadt mit der Kathedrale abgeschlossen gibt’s drei Punkte pro Teil, ist sie noch offen “Null Komma nix”.

    Es bringt einen gewissen Thrill in’s Spiel. Lohnt sich besonders, wenn die Straßen oder Städte entsprechend groß sind.

    Die Punktezählung wird durch 50/100-Karten erleichtert. Ohne diese Erweiterung muß man die Spielfigur auf dem Zählbrett auf die Seite oder den Kopf stellen, um zu wissen, wie oft man es umrundet hat. Obwohl die sechs Kärtchen manchmal immer noch zu wenig sind.

    Produktbild: Carcassonne: Händler und Baumeister

    Carcassonne:
    Händler und Baumeister (2. Erweiterung)

    Zusammen mit der o.g. ersten Erweiterung legten wir uns diese zu.

    Wieder sind neue Teile dabei. Dieses Mal kommen Stadteile mit sog. “Waren” dazu. Dies sind kleine Pappfünfecke mit Wein (Faß), Tuch oder Korn (Ähre) drauf. Nach dem Mehrheitsprinzip werden hier am Ende des Spieles, nachdem die alle Karten gelegt sind, nochmals Extrapunkte vergeben. Wer “hamstert” der kann am Ende nochmal Boden gut machen. Dies ist der “Händlerteil” der Erweiterung.

    Außerdem gibt es neue Versionen der Klosterkarten, diesmal mit Straßen.

    Der Baumeister ist eine Extra-Spielfigur, die man nach einer “Männchen”-Spielfigur in eine Stadt oder auf eine Straße stellen kann. Legt man nun erneut an diese Stadt/Straße an, darf man eine zweite Karte ziehen und passend anlegen.

    Eine weitere Spielfigur ist das Schwein. Legt man ein Schwein auf eine Wiese, die man schon mit einem Gefolgsmann belegt hat (und besitzt am Ende die Hoheit über diese), bekommt man nochmal einen Punkt mehr pro an die Wiese angrenzende Stadt.

    Produktbild: Carcassonne: Burgfräulein und Drache

    Carcassonne:
    Burgfräulein und Drache (3. Erweiterung)

    Diese Erweiterung habe ich noch nicht gespielt, kann deswegen auch nur das wiedergeben, die ich gelesen oder in YouTube-Videos gesehen habe.

    Auch hier kommen wieder neue Landschaftskarten hinzu. Außerdem die Spielfigur des Drachen und eine Fee. Aber nicht pro Spieler, sondern nur einmal.

    Hier kommt zum ersten mal der Aspekt vor, dass Spielfiguren vor Abschluß des Spieles ohne Wertung vom Spielfeld entfernt werden.
    Dies ist “Aufgabe” des Drachen. Schutz hiervor kann die Fee-Figur geben.

    Alles in allem sind die Beschreibungen der Regeln eher umständlich/schwierig, sodass wir uns noch nicht zu diesem Add-on entschließen konnten.

    Produktbild: Carcassonne: Der Turm

    Carcassonne:
    Der Turm (4. Erweiterung)

    Auch diese Erweiterung habe ich noch nicht selbst gespielt. Die Regeln hierzu geben aber ganz gut wieder, was man machen kann, soll und muss.

    Auch in dieser Erweiterung kann man mit Hilfe von Türmen, die man aus kleinen Holzteilen bauen kann, gegnerische Gefolgsleute vom Spielfeld entfernen. Sicherlich sinnvoll, wenn mann die Oberhand in einer punktestarken Stadt erobern will. Die Türme können auf extra gekennzeichneten Karten gebaut werden.

    Bekannte von uns haben diese Erweiterung, ich werd’ sie bei Gelegenheit mal ausquetschen. ;)=

    Soweit ich mitbekommen habe, kommt mit dieser Erweiterung ein “Zugturm” (aus Pappe zum aufbauen) in den man die Karten stapeln und dann von dort aus entnehmen/ziehen kann.

    Produktbild: Carcassonne: Abtei und Bürgermeister

    Carcassonne:
    Abtei und Bürgermeister (5. Erweiterung)

    Auch diese Erweiterung haben wir noch nicht. Ich habe mir aber gerade die Regeln mal durchgelesen, klingt sehr interessant.

    Obwohl ich nach unseren bisher vier Erweiterungen “Stopp!” gesagt habe, ist dies eine, die mich reizt.

    Laut Beschreibung kommen hier weitere Spielfiguren hinzu, die die Wertungen ziemlich stark beeinflussen können.

    Außerdem sorgen auch wieder neue Landschaftskarten für Trubel und neue Möglichkeiten.

    Produktbild: Carcassonne: Graf, König und Konsorten

    Carcassonne:
    Graf, König und Konsorten (6. Erweiterung)

    Es gab mal Mini-Erweiterungen: “Fluss”, “Der Graf von Carcassonne” u.a.
    Diese sind, zusammen mit anderen Spielideen, in dieser Erweiterung gebündelt.

    “Der Fluss” (zwölf Karten mit einem Flusslauf) oder auch die “Graf”-Karten machen die einzelne Startkarte überflüssig. Wir haben bisher nur mit dem Fluß gespielt, da wir die Regeln der “Stadt des Grafen” noch nicht verstanden haben.
    Aber schon der Fluss bringt Abwechslung in das ewige “Wir müssen immer mit dieser einen Karte anfangen!”

    “Königskarte” und “Raubritterkarte” liegen bei demjenigen, der die größte Stadt oder Straße vollendet hat. Dies aber nach Anzahl der Karten, nicht Punkte. Wer diese zum Spielende hat, bekommt jeweils nochmal einen Punkt pro fertige Stadt oder Straße. Eine gute Möglichkeit um verlorenen Boden aufzuholen.

    Eine neue Landschaftsart sind “Kultstätten”, die wie Kloster umbaut werden müssen um volle neun Punkte Wert zu sein. Der Ketzer, zu dem der Gefolgsmann wird, wenn er auf der Kultstätte steht, kann nun dem Mönch des Klosters seine Punkte streitig machen, wenn er die Kultstätte schneller komplett umbaut hat, als der Mönch sein Kloster.
    Hier sind in den Regeln einige Sachen nicht so ganz klar beschrieben1.

    1 An die Macher von Carcassonne habe ich diesbezüglich schon geschrieben. Sobald die Unklarheit ausgemerzt ist, werde ich diesen Passus korrigieren.

    Carcassonne:
    Das Katapult (7. Erweiterung)

    Diese Erweiterung haben wir nicht und werden wir uns, nach den Regeln, die ich mir durchgelesen habe, auch nicht zulegen.

    So hart es klingt, diese ist für mich bisher die sinnfreiste Erweiterung. Durch Schnippsen von Plättchen kann man wieder Figuren eliminieren oder austauschen.

    Alles in allem ziemlich abstrus und eher seltsam. Klingt nicht wirklich nach Spaß.

    Produktbild: Carcassonne: Brücken, Burgen und Basare

    Carcassonne:
    Brücken, Burgen und Basare (8. Erweiterung)

    Sehr schöne Erweiterung.

    Die Brücken machen Kombinationen von Karten möglich, die vorher schlichtweg verboten waren, weil man jetzt eine Straße an einer Wiese enden lassen kann, diese aber mit einer Brücke weiterführt.

    Mit den Burgplättchen kann man kleine “Zweier”-Städte zu Burgen umwandeln und dann die Wertung der ersten in der Umgebung fertig gestellten Straße/Stadt/Kloster etc. auch für sich verbuchen. Manchmal klappt es, dass genau die 50-Punkte-Stadt fertig wird, ein anderes Mal ist es nur ein 2-Punkte-Weg.

    Die Basare verhelfen insofern zu Würze, dass man offen Teile begutachten kann und je nachdem, wie man mit dem eigenen Punktekonto umgeht, sich ein wichtiges Teil sichern kann. Dieser Teil der Beschreibung/Regelwerk ist ein wenig schwierig zu verstehen, zudem ist uns aufgefallen, dass ein paar Infos fehlen, wie mit den eigentlichen “Basar”-Karten umzugehen ist2.

    2 An die Macher von Carcassonne habe ich diesbezüglich schon geschrieben. Sobald die Unklarheit ausgemerzt ist, werde ich diesen Passus korrigieren.